Lachsfischen in Alaska

Kenai-Halbinsel 2002

Im Juli - zur Hauptsaison - ging es für zwei Wochen nach Alaska zum Lachsfischen auf die Kenai-Halbinsel nach Soldotna. Wir buchten bei Nils Noflaner, Fishon-Reisen. Die Betreuung war sehr freundlich und absolut professionell. Nils Noflaner kennt sich in Alaska super aus und ist über alles top informiert.

Der Flug von Frankfurt nach Anchorage dauert rund 9 Stunden.  Wir entschieden uns für einen Dienstag-Flug. Dieser geht über Whitehorse (Kanada) nach Anchorage und dauert insgesamt rund 11 Stunden.

Im Anschluss, nach der Pass- kontrolle und der Kontrolle des Gepäcks geht’s, wenn nichts dazwischen kommt zur Auto- Mietstation.

Hierzu nur soviel - die Einfuhr von Nahrungsmittel wie Wurst oder Fleisch ist in die USA verboten. Wer’s nicht glaubt, der lese bitte weiter.

Als wir vor 3-Jahren zum ersten Mal nach Alaska flogen, hatte Günther einen frisch geräucherten “Presskopf” versucht mitzunehmen. Natürlich hat er uns während des Fluges nicht verraten wo er ihn versteckt hat. Zunächst dachten wir Günther erzählt uns Blödsinn, doch schon bald merkten wir, dass da was dran war.

Als ich bei der Abkunft die Rutentransportrohre am Schalter abholte, stellte ich fest, daß das eine Transportrohr außerordentlich schwer war, obwohl doch nur leichte Kohlefaserruten drin sein sollten. In der Mitte angepackt, schlug es aus wie eine Waage.

An der Gepäckkontrolle wurden wir auf die Einfuhrbestimmungen hingewiesen. “Have you meat ?” wurden wir gefragt.

Und natürlich schüttelten wir kräftig unsere Köpfe. Wir wurden bestimmt drei bis viermal gefragt.

Danach ging alles durch den Durchleuchtungs-Apparillo. Von den Schnüffeldetektoren hatte man uns zuvor gewarnt. Irgend etwas war nicht in Ordnung. Das konnte man ohne viel Mühe am Gesicht der netten Beamtin erkennen.

Schnell wurde ein weiterer Officer zur Stelle gerufen. Dieser fragte uns erneut Have you meat ?”. Er fragte bestimmt noch weitere drei bis viermal, als er schließlich die Sprache wechselte und fragte: “Ich frage Sie jetzt auf deutsch. Haben Sie meine Frage richtig verstanden ?. Haben Sie Fleisch dabei ?.”

Jetzt waren wir baff. Aber was sollten wir machen. Wir mussten jetzt glaubwürdig aussehen. Natürlich war das Transportrohr schnell ausgemacht. Der Officer nahm zuerst die Ruten heraus und hielt das Rohr danach leicht schräg.

Blooob, da lag nun - der gute Presskopf. Wir stellten uns unwissend und erzählten Ihm, dass dies wohl eine nachträgliche Gabe von Günthers Frau gewesen sein muß. 50,- Dollar war die Strafe und der gute Presskopf war obendrein weg. Als wir dann als letztes die Kontrolle verliesen, war auch unser Mietwagen schon weg.

Naja, nur soviel zum Thema Einfuhr von Fleisch- oder Wurstwaren.

Aber die insgesamt kann ich die Officer in Alaska nur loben. Als wir uns anschließend auf dem Weg nach Soldotna verfuhren - wir waren gerade dabei auf einen Highway, entgegen der Fahrtrichtung einzubiegen, zeigte uns ein Officer ohne eine Verwarnung den richtigen Weg.

Er fuhr bis zum Ende der Stadt Anchorage voran und gab uns an der Auffahrt zum Seward-Highway ein Zeichen.

Von Anchorage nach Soldotna, unser Ziel benötigt man rund 3 1/2 Stunden. Soldotna kann man in Alaska als die Hauptstadt der Lachsfischer bezeichnen.  An allen zugänglichen Stellen des Kenai's treffen sich Angler aus aller Welt. Am Wasser herrscht zum Teil ein reges getummel. 

Die Menschen in Alaska und alle Angler sind super freundlich und hilfsbereit. Das Keschern des Lachses für einen anderen ist selbstverständlich. Man gönnt jedem seinen Lachs.

Abseits der zugänglichen Strecken endet die Zivilisation und man kann alleine Fischen. Allerdings sind diese Strecken schwer zugänglich.

Im Juli ist Hauptsaison. Es folgt ein gewaltiger Aufstieg von Rotlachsen. Aber auch für den King ist dies die beste Jahreszeit. Kings von 50- 60 Pfd. sind an der Tagesordnung und bis 85 Pfd. keine Seltenheit. Der Rekord im Kenai liegt bei 97 Pfd. Später, im August bis Ende September steigen die Silberlachse auf.

Die Rotlachse werden in der Regel bis 12  Pfd. schwer. Aber Achtung - wer klaubt die Rotlachse an einer Schnur mit  0,35mm Durchmesser fangen zu können der irrt. 

Die Lachse gehen ab wie eine Rakete und die Strömung des Kenai's ist schneller als der Rhein. Schnurdurchmesser von 0,45 mm und darüber sind die Regel.

Das Fischen mit der Fliegenrute ist hier einfach traumhaft. Das Fliegengerät muss hier einiges aushalten. Ideal, sind Einhandruten der Klasse 7 - 9. Eine gute Spinnrute mit 20 - 60 gr Wurfgewicht tut es aber auch.

Gutes Gerät ist Voraussetzung, vor allem gute Bremsen sind gefragt. Billigrollen halten nicht lange - Günther hat es erlebt. Seine Rolle war nach intensiven Fischen nur noch Schrott.

Ein weiteres Hi-Light ist das Fischen auf Heilbutt (Halibut).  Entlang der Küste der "Cook-Inlet" werden regelmäßig die größten Heilbutte in der Welt gefangen. Homer ist das Heilbutt - Mekka.

Die Heilbutts  erreichen Größen bis 500 Pfd.. Unsere Fänge konnten damit nicht mithalten.

Wir hatten Vormittags für einen halben Tag in Ninilchik gebucht. Die Boote werden in der Regel mit 6 Angler besetzt. Anfangs war  alles recht friedlich aber nach ca. 1ner Stunde zog entgegen der Vorhersage zog ein Sturm auf,  was dazu führte, dass die Ausfahrt für den Nachmittag ausfiel und wir in den 4 - 5 Meter hohen Wellen weiter fischen  durften (oh Gott, war das Üüüüüübel).

Bei unserer Fahrt hatten wir alle Mühe uns auf dem Boot zu halten. Das Blei, ca. 1-2 kg schwer hing zeitweise waagrecht im  Wasser. Trotzdem gingen wir nicht leer aus.

Alles im Allen war super. Nicht zu vergessen die traumhafte Landschaft und die tollen Leute.

 

Eine Reise, die wir nicht so schnell vergessen werden.

Gewässervorstellung

Stand: Januar 2005

hier könnte Ihr Banner stehen